Es ist hip, es ist trendy - jeder ordentliche Nerd der etwas auf sich hält sollte mindestens noch eine Handvoll Gmail-Invites für seine Freunde bereit halten. Auch wenn sich der Hype rund um Google's neuen Freemail-Service mittlerweile etwas gelegt hat, ist Gmail (kurz für Google Mail) immer noch schwer im kommen - und dabei ist es noch immer in der Beta-Phase.
Hat man sich einmal die wunderbare welt des AJAX (Asynchronous JavaScript and XML) erschlossen, ist technisch gesehen der Reiz des ganzen relativ schnell verflogen. Google bietet außer der spartanischen-, aber schnellen Benutzeroberfläche derzeit 2GB (Ja, GigaByte!) Speicherplatz für e-mails und verlangt im Gegenzug nur die Einwilligung zur Speicherung und Verarbeitung sämtlicher eingehender e-mails durch Google's Suchmaschinen.
Immerhin muß man Google zugute halten, daß sie offen aussprechen was sie tun. Sämtlicher Mailverkehr wird gespidert und nach Keywords untersucht. Dementsprechend kann Google zur jeweils empfangenen Mail thematisch naheliegende Werbung einblenden.
Wohin diese Datenspeicherung führt, zeigt die Website www.gmail-is-too-creepy.com sehr anschaulich auf. Allein die Speicherung persönlicher e-mail Daten über Jahre hinweg ist nicht unproblematisch. Google regt zu dieser Speicherung an, indem es eine direkte Löschfunktion für e-mails gar nicht erst zur Verfügung stellt, sondern nicht mehr benötigte Mails automatisch archiviert. Nur über die Suchfunktion können mails später über das Archiv gefunden, gelöscht, und dann aus dem Papierkorb endgültig gelöscht werden. Der brisante Hintergrund dabei: in den USA dürfen persönliche e-mails nur per richterlichen Beschluss eingesehen werden. Sind diese aber über 180 Tage alt, reicht ein einfacher Antrag staatlicher Verfolgungsbehörden aus, um eine Kopie der entsprechenden Daten zu erhalten.
Interessant ist in dem Zusammenhang auch die Frage, welche Regierungen Zugriff auf Googles über den ganzen Erdball verstreute Server haben und welche Gesetze zum Schutz der Privatsphäre jeweils zur Anwendung kommen.
Google blendet beim Lesen von e-mail personalisierte, kontextabhängige Werbung ein. Wer also öfter mit seiner Freundin über Beziehungsprobleme mailt kann so identifiziert und mit entsprechender Werbung (Viagra, Erotik, etc.) beglückt werden.
Wie unpassend diese "relevante" Einblendwerbung oft ist, zeigt sich vor allem, wenn man herausfindet, daß geschäftliche e-mails beim Empfänger von Google mit Werbung der Konkurrenz angereichert werden.
Das zeigt auch ein weiteres Problem bei der massenhaften Speicherung von e-mails auf: als Absender einer Mail an ein Konto bei Google und Konsorten wird man nicht gefragt, ob man einwilligt, daß die eigenen Maildaten gespeichert und ausgewertet werden. Je mehr Personen also ihre e-mail über Google empfangen, desto mehr wird auch der persönliche Mailverkehr Dritter mitgeschnitten - von Mailinglisten ganz zu schweigen.
Die Überwachungsmöglichkeiten, die durch Einsatz und Kombination der verschiedenen Google-Dienste entstehen sind fast grenzenlos. So ist es technisch problemlos möglich, innerhalb weniger Sekunden automatisiert ein komplettes Profil über einen bei Gmail registrierten Benutzer zu erstellen. Etwa eine Liste der Kontakte einer Person inklusive der durchschnittlichen Kommunikationsrate und oft verwendeter Schlüsselworte zu erstellen sowie von welchen Anschlüssen aus kommuniziert wurde. Anreichern könnte man das Ganze mit Beiträgen in öffentlichen Foren sortiert nach Interessensgebieten (über Google Groups) und natürlich mit allen möglichen anderen Daten die man auch sonst so über eine Person ergooglen kann. Abgerundet wird das ganze durch ein zentimetergenaues Luftbild des Wohnorts (Google hat 2004 die CIA-finanzierte Firma Keyhole aufgekauft). Das ganze funktioniert nicht nur in Englisch sondern in allen Sprachen die Google automatisch übersetzen kann.
Unterstellt man Google, daß sie inoffiziell auch Daten nutzen, die sie offiziell eigentlich nicht speichern, so ist es zusätzlich möglich, Suchbegriffe der betreffenden Person herauszufinden, die in Google oder über die Google Toolbar eingegeben wurden und sogar besuchte Websites nachzuvollziehen. Eine Hintertür in der Google Desktop Suchmaschine, die alle Dateien auf dem privaten Rechner indiziert, wäre das Tüpfelchen auf dem i.
Die totale Überwachung des weltweiten e-mail und Kommunikationsverkehrs (insbesondere auch der Wirtschaft) durch Geheimdienste ist nichts neues. Neu ist nur, daß mittlerweile auch Konzerne der privaten Wirtschaft ähnliche Möglichkeiten in die Hand bekommen. Nie zuvor war es einem Unternehmen legal möglich, massenhaft private, persönliche Kommunikation legal abzuhören, zu analysieren und aus den gewonnenen Daten Profile zu erstellen.
Heute investieren "Marktforschungsunternehmen" immense Summen um auch nur annähernd detaillierte Kundenprofile zu erstellen. Die gewonnenen Profile werden gewinnbringend an die Werbebranche und andere Interessenten weiterveräußert. Doch ist die Information, über welche Themen sich eine Person in privaten e-mails austauscht ungleich wertvoller und vor allem aktueller als jede freiwillige Angabe auf irgendeinem Fragebogen.
Da das Problem eben nicht nur darin liegt, daß einige unreflektierte Zeitgenossen ihre Privatsphäre freiwillig auf dem Altar der Bequemlichkeit opfern, sondern daß alle am Mailverkehr mit einem solchen Individuum Beteiligten von Google in den Index aufgenommen werden würde ich stark in Frage stellen, ob Gmail überhaupt mit deutschen Datenschutzbestimmungen vereinbar ist.
Zusätzlich zu Luft- und Wasserverkehrswegen werden für den Bush-Besuch insgesamt vier Autobahnen komplett gesperrt. Die Hauptverkehrsverbindungen zwischen Mainz, Wiesbaden, Frankfurt und Darmstadt sind damit nicht befahrbar. Durch die Totalsperrung aller wichtigen Autobahnen von 7-11 und 15-19 Uhr, und die nur teilweise Freigabe während der Zeit dazwischen, ist mit einer völligen Überlastung der Umgehungsstraßen und aller öffentlichen Verkehrsmittel am Mittwoch zu rechnen. Da die A66 derzeit ohnehin eine einzige Baustelle ist, wird sich dort wohl noch bis in die Nacht hinein der Verkehr stauen. Während öffentliche Verkehrsmittel mit Scharen von Demonstranten gefüllt sind, die zum Ereignis nach Mainz an- bzw. abreisen. Die Sperrung fast sämtlicher Zufahrtsstraßen nach Mainz ist sicher nicht nur mit einem erhöhten Sicherheitsbedürfnis des US Präsidenten zu erkläern sondern auch mit dem Versuch, möglichst viele potentielle Demonstranten von vornherein vom Ort des Geschehens fern zu halten. Mit Scharfschützen auf den Dächern, Kampfjets in der Luft, gesperrten Wohnungen, Garagen, Fenstern und Balkonen sowie einem Ausgehverbot verursacht die Ankunft George Bushs in Mainz einen kleinen Ausnahmezustand. Die Mainzer Innenstadt wird zur einen Hälfte in eine große Sicherheitszone verwandelt die nur mit Passierschein und Polizeibegleitung betreten werden darf während in der anderen Hälfte der Verkehr durch Protestkundgebungen zum erliegen kommen wird.
Die Begleiterscheinungen des Präsidentengastspiels - also die Verkehrsbehinderungen, die Einschränkungen im ÖPNV - seien "eine Katastrophe", sagt Joachim Wollermann, stellvertretender Vorsitzender der Werbegemeinschaft und Karstadt-Geschäftsführer. "Außerdem bekommen wir keine Informationen und können nur rätseln, mit welchen Beeinträchtigungen wir zu rechnen haben." (finanzen.net)
Der Spiegel schreibt hierzu: "Der Besuch von George W. Bush kommenden Mittwoch verwandelt Mainz in eine Hochsicherheitszone, wie sie Deutschland noch nicht erlebt hat."
Derweil trägt sich George Bush in aller Seelenruhe ins goldene Buch der Stadt Mainz ein und wird von den weiträumig abgeschirmten Protesten um ihn herum wenig mitbekommen. Attac Deutschland erklärt, der US-Präsident stehe für neoliberale Globalisierung und Raubtierkapitalismus. Die Attac-Vorwürfe reichen vom völkerrechtswidrigen Angriffskrieg über die offizielle Außerkraftsetzung des Rechtsstaates bis zur Beschneidung von Bürgerrechten und Schaffung sozialer Ungleichheit. "Diese Person gehört nicht in das Goldene Buch der Stadt Mainz, sondern vor Gericht", sagte Angelika Shams vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. (Pressemitteilung 17.2.2005 Attac Deutschland)
Daß Bush ausgerechnet Mainz besucht, wo vor wenigen Tagen noch der Rosenmontagsumzug Bushs Hinterteil als für deutsche Politiker wiedereröffnet kennzeichnete verleiht dem Besuch eine besonders würzige Note. Öffentliche Proteste wie beim letzten Besuch in Berlin mit über 100.000 Demonstranten und mehr als 10.000 Polizisten im Einsatz sollen beim Besuch im "cosy" Mainz vermieden werden. Von Protestkundgebungen ungestört sollen hier Schröder, Fischer, Struck und die deutsche Öffentlichkeit wohl vorsichtig auf den nächsten Kriegsgegner Iran und eine Neuauflage der Koalition der Willigen vorbereitet werden. Als kleines Goodie am Rande bringt der US Präsident die Bereitschaft mit, sich sogar über Umweltthemen zu unterhalten. Nach der klaren Absage zu Kyoto wird da wohl nicht allzuviel zu erwarten sein.
Wer sich über die geplanten Demonstrationen und Versammlungspunkte informieren möchte, findet unter http://www.bushinmainz.de/ alle wichtigen Informationen auf einer Seite. Die Website des Mainzer Aktionsbündnisses "Not Welcome, Mr. Bush" findet sich unter www.notwelcomebush.de. Die Anreise nach Mainz am Mittwoch Vormittag wird sich wegen der umfassenden Verkehrsblockade schwierig gestalten - genaue Informationen zum Umfahren der Straßensperren findet man hier oder über die eigens für den Bush-Besuch angelegten Microsite der Polizei Rheinland-Pfalz.
Nette Vorlagen für Poster und Plakate gibt es auf der Website zum Bush-Besuch in Brüssel hier zum Download. Es empfiehlt sich, schon am Dienstag Abend nach Mainz oder Umgebung anzureisen um morgens noch in die Stadt zu kommen. Wer zur Demo kommen möchte und noch eine Schlafgelegenheit in Mainz oder Umgebung oder nähere Informationen benötigt, kann mir auch gerne eine mail schreiben.
Sehr bedauerlich, daß Herr Bush nicht auch nach Frankfurt kommt, um die Alte Oper zu besuchen... ;-)
Wenn man diese Katastrophe und das unfassbare Ausmaß sieht, dann merkt man, wie klein und unbedeutend so manche Probleme, die man zu haben glaubt, sind und auch wie winzig und machtlos der Mensch im Gesamtgefüge der Schöpfung ist.
Ich habe die Einträge der Spendenkonten hier rausgenommen - klickt rechts auf das Banner um zu einer vollständigeren Liste zu gelangen. Dort kann auch online gespendet werden.
Frohes neues Jahr!
"Der Rat der Europäischen Union hat am Anfang der Woche die umstrittene Verordnung zur Einführung biometrischer Merkmale in Reisepässen ohne weitere Diskussion verabschiedet. Gemäß der Endfassung der Vorgabe müssen die EU-Mitgliedsstaaten maschinenlesbare Gesichtsbilder innerhalb 18 Monaten, also bis Mitte 2006, in die Ausweisdokumente aufnehmen. Für die Fingerabdrücke ist eine Übergangfrist bis Anfang 2008 vorgesehen. Die beiden biometrischen Merkmale sollen gemäß der Vorgaben der Internationalen Zivilen Luftfahrtorganisation ICAO auf einem Funkchip gespeichert werden"(Quelle: Heise)
Na das ist witzig - ohne demokratische Legitimation wird die Einsammlung und Registrierung der Fingerabdrücke aller EU-Bürger beschlossen. Wer sich weigert, bekommt keinen Ausweis und damit Ausreiseverbot. Das Speichern der Daten in einer Zentralen Datenbank steht noch zur Diskussion. In welchem Land leben wir noch mal...?
Das interessanteste an der ganzen Geschichte wird das Thema Ausspähen von Daten - steckt der Ausweis in der Hosentasche kann mit einem Lesegerät der Chip mit den Personen-.und Fingerabdruckdaten im vorbeigehen ausgelesen werden. Technisch gesehen haben die RFID Chips eine Reichweite von wenigen Zentimetern - wenn man ein lesegerät allerdings entsprechend tuned können auch Reichweiten von einigen Metern erreicht werden. Natürlich wären solche Konstruktionen niemals zulassungsfähig und man sollte vielleicht nicht allzulange vor der Antenne stehen aber theoretisch möglich ist ein Auslesen der Daten dann auch auf Distanz.
Siehe dazu auch Biometrie statt Demokratie (Heise)
Stell Dir vor, Du lebst in einem Land in dem Dein Aufenthaltsort zu jeder Tages- und Nachtzeit von Überwachnungsbeamten auf wenige Meter genau bestimt werden kann. Jedes Deiner Telefonate kann abgehört werden, jede SMS gelesen, jede e-mail nach Stichworten gefiltert werden. Alle Seiten die Du im Internet aufrufst werden über Monate und Jahre hinweg zentral gespeichert und sind auf Verlangen vorzuzeigen. Seiten, die man als für Dich nicht geeignet befindet, werden präventiv gesperrt. Man denkt darüber nach, Dir die Verschlüsselung von e-mails zu verbieten weil damit eine Totalüberwachung erschwert würde.
Sobald Du Dich in Dein Auto setzt wird jede Deiner Bewegungen auf öffentlichen Straßen festgehalten. Dein Kennzeichen wird aufgenommen, eingescannt und mit zentralen Datenbanken abgeglichen. Auch sonst bist Du immer über Dein Handy ortbar und greifbar, alle Deine Aktionen und Kommunikationen werden erfasst.
Man kennt Deinen Arbeitgeber und Deine Familie und man weiß daß Du schon vor 3 Jahren einmal mit Alkohol am Steuer unterwegs warst. Die Überwachungsbeamten benötigen keinen Richterlichen Beschluss um Dich zu überwachen - der Verdachtsmoment zählt.
Schon als Kind unter 14 Jahren kannst Du zur Abgabe Deiner DNA und Fingerabdrücke bei den Überwachungsstellen herangezogen werden, für die Zukunft ist die Entnahme von DNA schon bei der Geburt geplant um später ungewünschte Verhaltensweisen direkt verfolgen zu können. Jeder Bürger wird dazu verpflichtet, seine Fingerabdrücke abzugeben. Die Fingerabdrücke werden in einer zentralen Kartei gespeichert und im Personalausweis festgehalten der jederzeit auf Verlangen vorzuzeigen ist. An Flughäfen werden bei Ausreise in fremde Länder Deine biometrischen Merkmale festgehalten - Fingerabdrücke, Gesichtsgeometrie, Irisscans. Deine persönlichen Daten werden zur Rasterfahnung genutzt - passen sie ins Raster kann eine totale Überwachug angeordnet werden.
Bei Arbeitslosigkeit werden Deine kompletten Lebensumstände festgehalten - Einkommens- und Besitzverhältnisse müssen komplett offengelegt werden. Auto, Wohnung/Mietkosten, Versicherungen, Besitz von Wertgegenständen, Verwandschaftsverhältnisse/Kinder - alles muss angegeben werden. Wenn Du zum Arzt gehst werden Deine Arztbesuche und Krankheitsbilder zentral gespeichert.
Zur staatlichen Kontrolle kommt die der Wirtschaft - wenn Du Geld aus dem Automaten holst, wird die Seriennummer des Scheins ausgelesen und gespeichert - wenn Du später damit im Supermarkt bezahlst kann festgestellt werden, welchen Weg Dein Geld genommen hat. Mit Hilfe von Bonusprogrammen und Kreditkartenabrechnungen werden Deine Kauf- und Konsumgewohnheiten festgehalten und analysiert. Es werden Gewohnheitenprofile über Dich erstellt. Große Konzerne wissen genau welche Bücher Du liest und welche Filme Du Dir im Internet oder zuhause angeschaut hast.
Durch Abgleich mit anderen Datenbanken kann sogar festgestellt werden, welche Schokolade Du zu Deinem Buch knabberst und durch die Integration mit Suchmaschinen werden Deine Interessen mit Deinen Konsumgewohnheiten abgeglichen. Die Produkte die Du im Supermarkt kaufst sind per RFID Chip gekennzeichnet - ihr Weg ist vom Regal über Deinen Einkaufswagen und die Kasse bis zur Tür nachvollziehbar und beim Kauf mit Kreditkarte überdies mit Deinen Personendaten abgleichbar. Klingt erschreckend nach 1984? Oder eher nach 2004? Willkommen in Hessen, willkommen im Deutschland von heute! All das ist schon heute möglich und zum größten Teil Realität. Die entsprechenden Gesetze wurden bereits verabschiedet, die meisten sind bereits in Kraft getreten, die technische Umsetzung kommt in den nächsten 2-3 Jahren.
Erst gestern verabschiedete der hessiche Landtag ein Gesetz zur automatisierten Videoüberwachung von Autokennzeichen, Entnahme von genetischem Material bei Kindern und Erweiterung der Telefon- und Videoüberwachung und Personenortung. Proteste? Fehlanzeige! Scheint irgendwie niemanden so wirklich zu interessieren was da passiert.
Hier einige weiterführende Links zum Thema.
Überwachung/Verfolgung von Autokennzeichen, Verfolgung von Handys, DNA-Speicherung
http://de.news.yahoo.com/041214/12/4c6lu.html
Sperrung von Internetseiten:
http://odem.org/informationsfreiheit/
Vorratsdatenspeicherung - Internet Überwachung:
http://www.golem.de/0312/28903.html
Biometrische Daten in Ausweisen:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/52593
RFID Chips für den Supermarkt:
http://www.morgenwelt.de/418.html
Was mich besonders interessiert hat, ist wo die Daten für die Luftbilder herkommen - Keyhole wird wohl kaum einen eigenen Satelliten im Orbit plaziert haben. Offensichtlich kommen die Bilder also von amerikanischen Aufklärungssatelliten.
In dem Zusammenhang ist die Auswahl derjenigen Gebiete auf der Welt die zentimetergenau eingescannt wurden sehr interessant. Am genauesten und umfangreichsten wurde der Irak beobachtet - hier ist besonders interessant, zu welchen Daten jeweils von welchen Orten Aufnahmen gemacht wurden. Hier die vollständige Liste der Länder:
Afghanistan (Kabul), China (Beijing), Cuba (Havana), Haiti (Cape Haiti, Port-au-Prince), Irak (Abu Ghurayb, Ar Ramadi, Baghdad, Basra, Fallujah, Mosul, Najaf, Tikrit, Umm Qasr), Nord Korea (Panmunjom, Yong Byong), Pakistan (Jalalabad), Usbekistan, Liberia,
Spanien (Nordöstlich von Barcelona (Baskenland/ETA?)), Griechenland (Athen - Olympische Spiele)
Soweit zu den beim ersten Blick verständlichen "Zielen". Nachdenklich stimmt, wieso folgende Orte auf der Liste stehen:
Frankreich (Paris), Canada (Montreal, Toronto, Vancouver), Niederlande (Amsterdam), Ungarn (Budapest), Italien (Imola, Mailand, Rom), Japan (Tokyo), Mexico (Mexico City), Monaco, Taiwan (Taipei), Thailand (Samut Prakan, Chiang Mai, Koh Samui, Phuket) und UK (Gatwick, London, Silverstone)
Deutschland ist übrigens bis jetzt nicht erfasst. Hier der Link zum selbst anschauen:
http://www.keyhole.com/body.php?c=popup&h=home&t=faqHome
Frage: Welche "Datenbank" wäre die LETZTE in der man seine Daten sicher verwahren würde?
Richtig - Microsoft Access.
Trotzdem wird MS Access in den USA verwendet um mit Hilfe der berüchtigten Wahlmaschinen und einer speziellen Eingabe- und Auswertungssoftware Daten zu speichern und auszuwerten.
Die Software die als Frontend zu Access verwendet wird ist dabei wohl tatsächlich als halbwegs sicher zu bezeichnen, sie fertigt brav zu jedem Bearbeitungsschritt der Datenbank einen Log-Eintrag an damit alle Änderungen nachvollziehbar bleiben.
Jetzt kommt die Pointe - die Access Datei liegt unverschlüsselt (nicht daß die Verschlüsselung unter Access viel bringen würde) ganz normal auf Laufwerk C auf einem Rechner der den Wahlhelfern zugänglich ist (es gibt Berichte, daß Wahlhelfer Rechner über Nacht mit nachhause genommen haben!) und wohl auch über Internet oder zumindest per Modem zugänglich ist damit die Wahldaten zu statistischen Zwecken live abgefragt werden können.
Durch das Papier- und damit Beleglose Wahlsystem kann eine direkte Manipulation der Access Datenbanken im Nachhinein nicht mehr nachgewiesen werden.
Also wie schlecht kann ein Wahlsystem eigentlich sein...?
Wer das ganze zuhause nachstellen will - hier ist der Link zur Anleitung:
http://www.chuckherrin.com/hackthevote.htm
Und hier noch eine Analyse der Ergebnisse - die Wahlergebnisse wichen teilweise drastisch von den prognostizierten Zahlen ab. Das bedeutet, daß entweder bei den statistischen Erhebungen gepfuscht wurde oder in den letzten Stunden der Wahl unverhältnismäßig viele Bush-Wähler an die Urne gingen oder daß die Datenbanken erst nach Abgabe aller Stimmen manipuliert wurden.
http://www.cielen.com/download/unexplainedexitpoll.pdf
Bin ja eigentlich kein Fan von Verschwörungstheorien aber manchmal schaut es wirklich unheimlich aus... besonders beunruhigend ist die Debatte in Deutschland, ob man auch hierzulande ein elektronisches Wahlsystem ähnlich wie in den USA einführen soll.
Das ganze erinnert mich immer mehr an eine sehr gute alte Kurzgeschichte ("Die Wahl") von Isaac Asimov worin in ferner Zukunft das Wahlverhalten der Gesamtbevölkerung anhand der Verhaltensweise einer einzigen Person mit Hilfe komplexer Berechnungen hochgerechnet wird. Mal sehn wie sich das hier weiter entwickelt...
Siemens macht's vor - andere werden dem Beispiel folgen. Im Zeitalter des Turbokapitalismus lässt man wieder Menschen ihr eigenes Grab schaufeln. Die USA geht mit gutem Beispiel voran - viele IT professionals trainieren dort derzeit ihre indischen Kollegen bis diese auf dem Level sind an dem sie von ihnen ersetzt werden können. In Deutschland finanzieren Arbeitnehmer über ihre Steuerabgaben die Verlagerung ihrer eigenen Arbeitsplätze in den Osten (http://www.computerwoche.de/index.cfm?pageid=254&artid=59465&linktype=nl). Schon beeindruckend daß sich außer der IG Metall niemand wirklich darüber aufzuregen scheint. Startschuss des Outsourcing-Booms nach Osteuropa wird wohl der 1. Mai 2004 sein - die Perversion des "Kampf- und Feiertags der Arbeiter" zum Siegestag der Globalisierung und des Großkapitals. Aber wir "jammern ja immer noch auf hohem Niveau"...
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