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Philipp Cielen's Blog über ColdFusion, Flash und den Grund, wieso man am Computer Sonnenbrille trägt.

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22. Oktober 2006
Zugegeben, die hier beschriebene Methode gehört fast ins Reich der Esoterik, hat aber nachweislich zur Rettung einiger Gigabyte Daten von einer defekten Samsung 1614C geführt. Wer mein Blog aufmerksam liest, wird feststellen, daß dies nun bereits die FÜNFTE! defekte Festplatte der 1614C-Baureihe bei mir ist. Bisher hat Samsung alle eingeschickten Platten auf Gewährleistung ausgetauscht, nächste Woche bekomme ich wieder zwei Austauschplatten geliefert, und hoffe, daß die neuen Modelle irgendwie standhafter sind, da langsam die Gewährleistung für die Platten ausläuft. Als die nun aktuell defekte Platte ihren letzten Atemzug tat, waren leider genau in dem Moment temporär einige Daten darauf, deren Verlust zwar nicht wirklich kritisch-, aber doch irgendwie schade war.

Da ich bei dieser Platte außer der Garantie ohnehin nicht viel zu verlieren hatte, und ich langsam auch auf die Ersatzlieferung neuer 1614er Platten verzichten kann, hatte ich einiges ausprobiert, um die Platte doch noch einmal zum Leben zu erwecken. Das wiederholte laute "klack-klack-klack-klack-..." beim Anfahren der Platte deutete auf einen Schaden am Motor hin. Ähnliche Probleme hatten seinerzeit die berüchtigten IBM "Deathstar" ebenfalls, bei diesen Modellen lief irgendwann der Motor zu heiß und verschmorte langsam sein Schmiermittel bis zum finalen Hitzetod.

Mein erster Wiederbelebungsversuch war das Abmontieren der Steuerplatine und das Polieren sämtlicher Kontakte (die Platine ist mit dem Rest der Platte nur durch aufliegende Druckkontakte verbunden), was leider keinen Erfolg brachte. Da ich davon ausgehe, daß die Baureihe wohl einfach ein Hitzeproblem hat und der Motor irgendwie festgefahren ist, wollte ich ein wenig mit Temperaturwechseln experimentieren um durch Ausdehnung und Zusammenziehen evtl. festsitzende Teile zu lösen. Also habe ich die Platte kurzerhand 45 Minuten bei 70° C in den Backofen gesteckt (ohne Vorheizen!) und schön durcherhitzt. Diese Temperatur sollte die Platte eigentlich noch gerade so aushalten. (Vorsicht beim Entfernen der Platte - die gespeicherte Hitze reicht aus für hübsche Brandwunden an den Fingern). Leider brachte das Erhitzen allein allerdings noch nicht den gewünschten Erfolg - die Platte klackte auch im glühend heißen Zustand weiter vor sich hin.

Also auf zu Experiment 2: Extremkühlung. Nachdem die Platte über Nacht bei Zimmertemperatur abgekühlt hatte, legte ich sie zunächst in den Kühlschrank, dann nach einer Weile für 8 Stunden ins Gefrierfach und ließ die Platte auf -30° Grad komplett auskühlen. Die Kälte brachte die wieder angeschlossene Platte dann schon eher ins Schwitzen - zunächst lief sie nämlich gar nicht an, nach ein wenig Erwärmung irgendwann sehr schleppend bis nach einiger Zeit das "klack-klack" Geräusch wieder auftrat (wenn auch mit etwas größeren Abständen als zuvor). Ich hatte die Platte im angeschlossenen Zustand während des "Auftauens" in der behandschuhten Hand und habe sie immer mal wieder ein wenig um die Querachse rotieren lassen. Die Platte hat scheinbar einen integrierten Bewegungssensor, denn auf etwas stärkere Beschleunigungen reagierte sie mit kurzen "Klacker-Pausen" bevor der Motor wieder anlief. Dann geschah das Wunder: während ich den Rechner immer wieder hochfuhr, und mit der Platte in der Hand spielte, fing sich auf einmal die Festplatte und schnurrte wieder ganz normal vor sich hin. Wohl aufgrund der Kälte konnte ich zwar erhebliche Vibrationen im Inneren der Platte spüren, aber der Rechner fuhr tatsächlich hoch, erkannte die Platte und zeigte alle Daten an! Jetzt galt es, keine Zeit zu verlieren und die Wichtigsten Daten auf eine sichere Platte zu kopieren. Etwa 5 GB konnte ich am Stück sichern, bevor besagtes Klackern wieder einsetzte und Zugriffe aufs Dateisystem abbrachen, die Platte war mittlerweile auch wieder warm gelaufen (Achtung - Kondenswasser abtupfen!). Trotzdem konnte ich bei weiteren Versuchen immer wieder einige Dateien sichern bis das Klackern erneut einsetzte und Datenfehler gemeldet wurden. Insgesamt habe ich auf diese Weise fast 25 GB Daten in einwandfreiem Zustand gerettet, und es wäre mit entsprechend mehr Geduld wohl noch einiges mehr drin gewesen.

Wie gesagt - die Methode ist sicher nicht jedem zu empfehlen - wer aber ohnehin alle Hoffnung aufgegeben hat, und in eine mehrere tausend Euro teure Datenrettung vom Profi mit unsicherem Ergebnis nicht investieren mag, sollte bei ähnlichen Problemen vor dem finalen Verschrotten durchaus noch mal einen letzten Versuch nach dieser Methode wagen. Jegliche Haftung lehne ich ab und jeder sollte sich natürlich darüber im klaren sein, daß die Garantie nach so einer Aktion verloren geht und die Platte danach nicht mehr zu verwenden ist :-) Viel Glück!

03. Oktober 2006

Seit einigen Wochen habe ich ein neues Mainboard im Einsatz auf dem ich die NVidia Active Armor Firewall des nForce 4 Chipsatz einsetze. Seither werde ich von allerlei schwer nachvollziehbaren Seltsamkeiten geplagt, die ich bisher auf Hardwaredefekte zurückführte. Anhand der Symptome hatte ich speziell Netzwerkkarte und RAM im Verdacht. Erst heute musste ich leider feststellen, daß der ganze Zauber mit der nVidia Firewall zu tun hatte. Wer also wie ich trotz Installation der aktuellsten nForce Treiber (derzeit V6.86) Probleme mit korrupten Downloads oder unregelmäßig abbrechenden Netzwerkverbindungen hat (bei mir vor allem Checksum-Fehler und Probleme mit VNC), der sollte die Firewall am besten komplett deinstallieren oder über die Funktion "Firewall wählen" die Windows Firewall auswählen. Die Funktion "Beenden", die über das Tray Icon anwählbar ist, schaltet die Firewall nicht aus!
nVidia hatte bereits schon einmal an der Firewall nachgebessert, als bekannt wurde, daß ftp Downloads über die Firewall korrumpiert wurden. Offensichtlich ist das ganze noch nicht perfekt gepatcht.

10. Juni 2006
Schlechte Laune an der Hardwarefront - heute ist hier die dritte Samsung 1614C 160 GB Festplatte im laufenden Betrieb ausgefallen. Im Gegensatz zu ihren beiden Vorgängern hat diese Platte ihren Tod fairerweise zumindest durch ein Klackern der Köpfe vorher angekündigt so daß ich entsprechende Backups machen- und die Platte aus dem Raid ziehen konnte. Schon den nächsten Bootvorgang hatte die Platte nichr mehr überlebt!

Die 1614C wurde vor gut 2-3 Jahren in der Fachpresse hochgelobt da sie sehr schnell und leise arbeitete und gleichzeitig recht günstig zu haben war - quasi die ideale Platte zum Aufbau eines S-ATA Raids für Desktop-Rechner hieß es... Mittlerweile häufen sich jedoch die Meldungen vom vorzeitigen Versagen und es würde mich durchaus nicht wundern, wenn die Platte in Kürze den gleichen traurigen Ruf wie die berüchtigten IBM "Deathstar" Platten erwirbt. Mein Urteil: zum Dauer-/Belastungsbetrieb absolut ungeeignet! Wer eine solche Platte im Rechner hat, sollte schleunigst an Backups denken...

Nach meinen schlechten Erfahrungen mit diversen Festplattentypen kommt mir ab sofort nur noch Seagate ins Haus - der einzige Hersteller am Markt, der 5 Jahre Garantie auf alle Modelle gibt und seit vielen Jahren einen ungetrübt guten Ruf genießt. Wer seinen Rechner rund um die Uhr laufen lässt, sollte sich zudem nach besonders stabilen, zuverlässigen Platten wie den Seagate NL35 oder den Maxtor Maxline III umschauen. Die Platten gibt es in verschiedenen Größen bis 500GB, sie sind auf lange Laufzeiten ausgelegt und lassen dafür etwas Federn bei Performancetests. Trotzdem sind die 7200er mit 16MB Cache alles andere als langsam.

Die Seagate NL35 hat laut Hersteller eine MTBF von 1 Million Betriebsstungen, was 114 Jahren entspricht und bietet damit die Zuverlässigkeit einer SCSI Platte. Behandelt man die Platte gut und geht man von einer geringen Serienstreuung aus, sollte eine Ausschussquote von 75% nach 2,5 Jahren wie bei meinen Samsung-Lieblingen nicht vorkommen.

Ich hoffe mal, daß ich dann in den nächsten Jahren keine Blog-Einträge mehr zum Thema Festplatten schreiben werde...


 
 
 
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